Im Herzen der Republik

By Letzi

Am Tag der Heimfahrt ging es über Ankara. Wir nutzten den mehrstündigen Aufenthalt zum Besuch der Hauptstadt, da wir wenig Zeit hatten, mussten wir uns auf wenige Sehenswürdigkeiten beschränken und nahmen nur das Atatürk-Mausoleum genauer unter die Lupe.

Wer schon einmal in der Türkei war, dem sind sicherlich die vielen Atatürk-Bilder, die überall hängen aufgefallen. Nach mehren Wochen im Land dachte ich, ich wäre schon völlig gegenüber diesem Mustafa Kemal abgestumpft, doch was wir in Ankara zu sehen bekamen übertraf alle Erwartungen.

Nach Maxis Aussage übertrifft dieses Mausoleum, das auf einem Hügel über der Stadt trohnt sogar die letzte Ruhestätte Lenins in Moskau. Es ist ein riesiges Areal, dass sogar ein Museum beinhaltet. Wer noch nicht weiß wie Nationalbewußtsein aufgebaut wird, kann es hier erleben. Alle von Atatürks Reformen sind dokumentiert. Sämtliche Geschenke, Klamotten, Sportgeräte und sogar seine persönliche Bibliothek kann bewundert werden.

Gerade für das deutsche Auge wirkt manches hier sehr befremdlich. Gerade die recht einseitige Beschreibung der jungen Jahre der Republik fallen hier ins Auge. Griechen sind scheinbar alle Kindsmörder und Vergewaltiger, Kurden und Armenier gibt es quasi nicht. Dennoch hat man bei der Glorifizierung der türkischen Armee nicht gespart. An dieser Stelle hätte mich dann schon einmal der türkische Geschichtsunterricht in der Schule interessiert. Dennoch: mit einem kritischen Blick lässt sich hier viel über den Reformer und Staatsmann Atatürk erfahren. Dies hilft ungemein um den Kult um ihn und letztendlich die Türkei an sich zu verstehen. Alles in allem ein krönender Abschluss der Reise, auch wenn die Wachen kein Spalier für uns gestanden haben und der rote Teppich fehlte!

Riesengroß!

Riesengroß!

Schlagworte:

Eine Antwort schreiben