Ich hatte es ja schon erwaehnt: Es ist heiss unter dem Kopftuch und den langen Sachen. Ich muss aber hinzufuegen, dass es Sebastian ebenso geht wie mir und ich dies daher nur bedingt auf die Kleidungsvorschriften fuer Frauen schieben kann. Einen Ausflug zum persischen Golf, der von unserer momentanen Station Shiraz im Sueden des Iran nur etwas mehr als 100 km entfernt ist, klemmen wir uns – ganz einfach, weil einen dort 50 Grad und feuchte Luft erwarten, wie andere Touris uns berichteten…
Nachdem wir also am Mittwochabend aus dem angenehmen Esfahan im viel heisseren Shiraz angekommen sind, sind wir zunaechst in das vom Lonely Planet aufgefuehrte Zand-Hotel gefahren. Nachdem wir heute morgen eine Riesenkakerlake auf der Treppe getroffen haben und einige weitere Dinge bedenken, an denen es mangelt, koennen wir hiervon eigentlich nur abraten.
Was uns leider bislang auch misslungen ist, war ein gemuetlicher Abend bei einem Buch und iranischem Bier (mit Pfirsisch-Geschmack und null Prozent – wir sind ehrlich begeistert), da jetzt schon an zwei Abenden
in Folge der Strom fuer mehrere Stunden ausfiel. Wie man uns berichtet hat, ist das hier aber Normalzustand: In regelmaessigen Abstaenden wir bestimmten Strassenzuegen der Strom gekappt, einfach weil nicht genug da ist. Die Energie, die normalerweise aus Wasserkraft gewonnen wird, fehlt in diesem Jahr, da es nciht genug geregnet hat. Dies bezeugt der trockene Fluss der Stadt. Auch das Hotel scheint davon voellig unbeeindruckt zu sein und man laesst die Gaeste im Dunkeln ohne jeden Kommentar zum Zimmer stolpern. Tja, dann sassen wir da, im Dunkeln und werden das sicher auch heute tun. Kann man nur hoffen, dass es einen nicht an einem anderen Oertchen erwischt… Viel zu unternehmen gibt es leider am Abend auch nicht, dies auch zum Leidwesen der iranischen Jugend, wie uns gestern Abend ein begeistertert Europa-Reisender berichtete.
Gemeinsam mit den Backpackern Peter aus Australien und Jeremy aus Kanada haben wir uns gestern ein Taxi genommen, das uns zum nahezu 2500 Jahre alten Persepolis bzw. seinen Ruinen gefahren hat.
Dies war wirklich ein toller Ausflug mit einem atemberaubenden Ausblick und sobald wir irgendwo Zugriff auf FlickR haben, stellen wir Bilder online.
Heute ist Freitag, in den meisten islamischen Laendern ein Feiertag wie unser Sonntag. Und es ist wirklich richtig ruhig hier in den Strassen. Ab und an sieht man ein offenes Geschaeft oder einen Imbiss, dessen Tueren und Fenster verhangen sind, damit diejenigen, die nicht fasten, ungestoert essen koennen bzw. diejenigen, denen der Ramadam heilig ist, nicht zu entmutigen.
Huete gibt es fuer uns nicht soviel zu erleben und so werden wir uns dann in einen Park setzen und im Schatten doesen. Ins Hotelzimmer zieht es uns nicht, da es dort unglaublich heiss ist (leider fehlt eine Scheibe in unserer Fensterfront, so dass sich die Waerme ungestoert ausbreiten kann).
Soeben haben wir uns von einem alten Herren zum Geldtauschen in ein kleines Eisgeschaeft locken lassen. Dort wollte man uns dann
einen Scheck fuer unser Geld anbieten. Nach einigem Hin und Her haben die Bude verlassen und sind gefluechtet, hinter uns der rufende alte Herr, der nicht locker lassen wollte.
Morgen wollen wir noch einmal einen Ausflug zu einem Dorf oder einer der vielen antiken Staetten machen, die es rund um Shiraz gibt. Am Sonntag geht dann unser Flug zurueck gen Norden ueber Theheran nach Tabriz.
Schlagworte: Iran, Persepolis, Shiraz
September 5, 2008 um 3:24
na hoff doch die dame langweilt sich nicht. hört sich bissl so an! und sonst, ihr wisst doch: im dunkeln ist gut munkeln.
September 6, 2008 um 11:10
na dann kommt mal wohlbehalten zurück in euren angestammten kulturkreis . habe interessiert und amüsiert eure berichte gelesen.
So een Gobbduch haste doch das letzte Mal beim Fasching getragen, oder ? also noch viel Spass und passt auf Euch auf !
Salam….. naja, halt bis zum Wiedersehn, auf welches ich
sehr neugierig bin.
September 6, 2008 um 4:40
Von Langeweile kann keine Rede sein, im Gegenteil, ein Ereignis jagt das andere: So hatte ich nach diesem Blogeintrag noch ein weiteres Zusammentreffen mit einer Kakerlake auf dem Oertchen und habe mich derart erschrocken, dass ich mein Bein hochriss und dabei mein linker FlipFlop kaputtging!
Also nuescht mit Langeweile – allet prima und ich bin froh, dass der Tag der Reise, an dem einen einfach alles nervt, vorbei ist