Im Herzen der Republik

September 20, 2008 by Letzi

Am Tag der Heimfahrt ging es über Ankara. Wir nutzten den mehrstündigen Aufenthalt zum Besuch der Hauptstadt, da wir wenig Zeit hatten, mussten wir uns auf wenige Sehenswürdigkeiten beschränken und nahmen nur das Atatürk-Mausoleum genauer unter die Lupe.

Wer schon einmal in der Türkei war, dem sind sicherlich die vielen Atatürk-Bilder, die überall hängen aufgefallen. Nach mehren Wochen im Land dachte ich, ich wäre schon völlig gegenüber diesem Mustafa Kemal abgestumpft, doch was wir in Ankara zu sehen bekamen übertraf alle Erwartungen.

Nach Maxis Aussage übertrifft dieses Mausoleum, das auf einem Hügel über der Stadt trohnt sogar die letzte Ruhestätte Lenins in Moskau. Es ist ein riesiges Areal, dass sogar ein Museum beinhaltet. Wer noch nicht weiß wie Nationalbewußtsein aufgebaut wird, kann es hier erleben. Alle von Atatürks Reformen sind dokumentiert. Sämtliche Geschenke, Klamotten, Sportgeräte und sogar seine persönliche Bibliothek kann bewundert werden.

Gerade für das deutsche Auge wirkt manches hier sehr befremdlich. Gerade die recht einseitige Beschreibung der jungen Jahre der Republik fallen hier ins Auge. Griechen sind scheinbar alle Kindsmörder und Vergewaltiger, Kurden und Armenier gibt es quasi nicht. Dennoch hat man bei der Glorifizierung der türkischen Armee nicht gespart. An dieser Stelle hätte mich dann schon einmal der türkische Geschichtsunterricht in der Schule interessiert. Dennoch: mit einem kritischen Blick lässt sich hier viel über den Reformer und Staatsmann Atatürk erfahren. Dies hilft ungemein um den Kult um ihn und letztendlich die Türkei an sich zu verstehen. Alles in allem ein krönender Abschluss der Reise, auch wenn die Wachen kein Spalier für uns gestanden haben und der rote Teppich fehlte!

Riesengroß!

Riesengroß!

Sumela

September 14, 2008 by Letzi
Schwarzes Meer Sonnenuntergang

Schwarzes Meer Sonnenuntergang

Am gestrigen Tag gelangten wir nach langem Hin und Her endlich an einen Strand. Dieser war sogar sehr einsam, was sicherlich am Ramadan liegt. Dennoch ist die Qualitaet dieses Strandes ausbaufaehig, so dass wir morgen einen besseren suchen. Überhaupt gibt es hier wenig İnfrastruktur für Badebegeisterte wie uns, dennoch haben wir Gleichgesinnte gesehen, wenn auch nicht ganz menschlich, so hatten zwei Delphine scheinbar aehnlich viel Freude zu baden. Schon ein verwirrender Anblick im Schwarzen Meer Delphine zu sehen.

Heute gings dann zur Hauptattraktion Sumela. Ein direkt am Fels erbautes christliches Kloster in luftiger Hoehe. Nach der Ankunft mit dem Bus gings einen ziemlich beschwerlichen aber dennoch sehr schönen Weg nach oben. Nach ca. 30 min Aufstieg durften wir atemberaubenden Ausblick  auf Almen Waelder und eben dieses Kloster geniessen. Erschrocken hat uns dennoch der völlig übertriebene Preis von über 4€ nur für den Eintritt. Denochh ist es sehr sehenwert. Beim Abstieg über eine andere Route gings am Wald neben einem Baechlein und spaeter Wasserfaellen hınab. Alles in allem ein Ausflug den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte wenn man hier in der Naehe unterwegs ist.

İm Lonely Planet unserem Reiseführer für die Türkei kommt Trabzon nicht so gut weg. Dies können wir in keiner Weise bestaetıgen. Es ist ein richtig gemütliches Staedtchen. Gerade zur Zeit im Ramadan laesst sich nach dem Kanonenschlag super durch das schöne Zentrum wandern und vor allem die Ramadan-Süssıgkeiten laden zum verwöhnen ein. Am spaeten Nachmittag gönnten wir uns die Stadt von oben, ebenfalls ein lohnenswerter Gang, besonders bei schönem Wetter.

Trabzon von oben

Trabzon von oben

Trabzonspor!

September 14, 2008 by Letzi

İn nicht einmal drei Stunden ist es soweit.  Der Tabellenerste Trabzonspor trifft auf den Tabellenzweiten Beşıktas Istanbul. Das absolute Topspiel an diesem Sonntag. Wir werden leider nicht hingehen. Aber das müssen wir auch nicht, denn irgendwie ist scheinbar die ganze Stadt im Fussballfieber. Überall haengen Girlanden in den Farben das Vereins herum und besonders heute fallen viele  Bewohner durch Trikots und mitunter Schals auf. Das Timing für diese Party ist ebenfalls perfekt: 18.45 Uhr Kanonenschlag und damit eingeleitetes Fastenbrechen und 20.45 Uhr, nach dem Fastenbrechen, kanns losgehen. Ob die Spieler auch fasten weıss ich leider nicht, jedenfalls bin ich gespannt und hoffe in der Stadt wird heute noch gefeiert.

Karadeniz!

September 13, 2008 by Maxi
Obst waschen am Wasserfall

Obst waschen am Wasserfall

Merhaba! Waehrend sich Sebastian neben mir bemueht, unsere Fotos auf dem virenverseuchten Memory Stick zu retten (ein Virus, dessen Namen wir nur auf Tuerkisch haben, hat alle Dateien in .exe-files umgewandelt – vielleicht hat jemand nen Tipp?), versuche ich mal ein Update der vergangenen Tage.
Nachdem wir in Dogubayazit den Ishak-Paşa-Palast besucht haben, haben wir uns ein naechstes Ziel auf der Karte ausgeguckt. Weiter Richtung Sueden wollten wir aufgrund der momentanen Situation ım Kurdengebiet nicht, also sollte es Yusufeli, ein kleines Bergstaedtchen etwas suedlich des Kaşkar-Gebirges werden. Von besagter “unruhiger” Situation konnte man sich bereits in Dogubayazit ein Bild machen: an jeder Ecke Polzisten und Gendamerie mit schwerem Geschuetz (und jeder Menge Panzer), die auch ın Bussen Passkontrollen durchgefuehrt hat. Nach Yusufeli hiess es nun wieder in einen Bus zu steigen, wovon wir beıde ınzwischen eın wenıg dıe Nase voll haben (es lebe das bisiklet!). Waehrend ansonsten alle Busfahrten beinahe reibungslos (abgesehen von rauchenden und gleichzeitig telefonierenden Busfahrern, Auffahren auf voranfahrende LKWs bıs auf 2cm und einigem scharfen Bremsen) verlıefen, hatten wir diesmal ein etwas seltsames Erlebnis: Mıtten auf der Strecke nach Erzurum, ueber das wir nach Yusufeli fahren wollten, hielt der Bus und einıge der Fahrgaeste, unter anderem wir, wurden etwas barsch aufgefordert, den Bus zu verlassen. Als wir unser Gepaeck schnell aus dem Bus holen wollten, entdeckten wir ım Gepaeck”fach” einen weiteren Mıtfahrer (vıelleıcht waren es auch noch mehr unter den anderen Koffern?). Naja, schoen etwas seltsam. Weiterfahren durften wir allerdings in einem kleineren Bus, der eine Strasse weiter herumstand und der, was ueblich zu seın scheınt, stets mehr Fahrgaeste aufnımmt, als Sıtzplaetze da sınd. Auf der Strecke von Erzurum, das beı uns keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, haben wir den Manager unseres Hotels gleich ım Bus getroffen. Dort angekommen waren wir etwas ueberrascht: Yusufeli ist ein zıemlich belebtes kleienes Mınistaedtchen – wunderschoen zwischen Berghaengen an den Stromschnellen des Çoruh gelegen. Ueber keın Hotelzımmer waren wir zuvor so erfreut: Am Fluss gelegen und mıt schneeweıssem Bettbezug! İn Yusufeli haben wir den Tag mit Wandern und Pıcknıcken am Fluss verbracht. Gestern Morgen sind wir dann zu unserer letzten (!!!) Busfahrt aufgebrochen, die uns durch das Kaşkar-Gebirge ans nun sehnsuechtıg erwartete Schwarze Meer fuehren sollte. Die Fahrt durch dıe Berge lıess uns mehrfach staunen ueber wagemutıge Fahrtwege, steile Abhaenge und super Aussıchten auf eınıge schneebedeckte Berghaenge. Und dann nach Stunden war endlich das blaue Schwarze Meer ın Sıchtweite! Trabzon war das Endziel der gestrigen Fahrt, untergekommen sind wir in einem sehr ordentlichen Hotel (das scheinbar – wenn es der Ramadan nicht gerade verbietet – mitunter auch zur Prostitution dient, wie alle Hotels in der Gegend). Trabzon ist die groesste tuerkısche Hafenstadt am Schwarzen Meer, dennoch nicht uebermaessıg gross und macht auf uns einen recht spannenden und belebten Eindruck und vor allem: Es ist sehr westlich orıentıert, so dass wir nach allen Doerfern und Kleınstaedten beinahe einen kleinen Kulturschock hatten, dem wir gleich mit einem Besuch beı McDoof entgegenwırkten und am Abend gab es Rotwein aus Ayran-Bechern ;-)
Jetzt gleich lassen wir uns an einen Strand fahren, der leıder etwas ausserhalb der Stadt liegt und wollen zum ersten Mal in diesem Sommerurlaub einfach in der Sonne braten. Hach, herrlich!

Ein Tag, ein Schritt und ein Palast

September 9, 2008 by Maxi
Palast am Hang in Ostanatolien

Palast am Hang in Ostanatolien

Einen kleinen Nachtrag zum gestrigen Beitrag moechte ich noch liefern, bevor es mit dem heutigen Tag weitergeht: Sowohl Sebastian als auch ich haben den Grenzuebertritt – abgesehen von der Gegenwart des Ararat – als einen Hoehepunkt der Reise empfunden: Sebastian verbrachte seinen Geburtstag ja zur Freude der Familie (die ich hiermit troesten moechte: İch habe alle Umarmungen weitergegeben :-) ) seit mehreren Jahren nicht daheim – insofern war es ein recht spannender Tag, den wir ja bekanntermassen sowohl im Iran als auch in der Tuerkei verbracht haben und der dazu aufgrund der Zeıtverschıebung ein fünfundzwanzigeinhalbstündiger Geburtstag war! Und fuer mich wurde dıe – ıch nenne es mal Absurdıtaet – der Kopftuchpflicht klar: Nach kurzen Scherzen mit dem iranischen Grenzbeamten habe ich einen Schritt ueber eine weisse Linie getan und konnte den Schal vom Kopf nehmen, lachend in Empfang genommen von der tuerkischen Grenzpolizei.
Nun haben wir uns also ın der Kleinstadt Doğubayazıd fuer zweı Naechte eıngesiedelt und haben heute den wırklich empfehlenswerten İshak-Paşa-Palast erkundet, der in 6km Entfernung an einem Berghang thront und eigentlich einen fantastischen Ausblick auf die Umgebung und auch den Ararat bietet. Heute war es leider regnerisch und diesig und so konnten wir diese nur zum Teil genıessen. Dennoch konnten wir nicht umhin uns zu freuen, endlich Regen zu sehen. Auch gestern haben wir schon eın urzes Unwetter ım Iran durchfahren und mussten dabei an Shıraz denken, fuer das wir vergeblich – ebenso wie seine Bewohner – die Daumen fuer Regen gedrueckt hatten, als eın paar Wolken am Hımmel erschienen. İshak-Paşa empfıng uns also verhuellt in einem Mantel aus Nebel. Innerhalb des Palastes gab es die verschiedenen Zımmer der Damen und Herren, die ın dısem Palast eın- und ausgıngen sowie weıtere Wohnraeume, eıne Raum fuer eine Bıblıothek und eıne Mochee zu besuchen. Der Bau dıeses Palastes wurde 1785 beendet und im Moment wird er restauriert, was aber nicht weiter schlımm ist: Es kann halt nur aus jedem zweiten Fensterchen ein Blıck ın die tolle Umgebung geworfen werden.
Den Rueckweg traten wir dann zu Fuss durch dıe recht verlassene Bergregıon an, wo wir nicht viele Menschen ausser heimkehrenden Schuelerınnen und Schuelern ın ıhrer blauen Schuluniform gesehen haben. Bei einer kleinen Tour durch das wirklich ueberschaubare Staedtchen ist uns dann eınes sofort aufgefallen: In der Tuerkei kann man wieder ueber Strassen gehen, auf denen es wesentlich gediegener zugeht: Wenn eın Fussgaenger kommt, dann bremsen die Autos oder hupen, um dıe Fussgaenger zum Schnellerlaufen zu anımıeren. Im Iran tut man gut daran, sıch zwıschen den beschleunıgenden Autos durchzuschlaengeln und das Hupen als Zeıchen “Bleıb gefaellıgst mıtten auf der Strasse stehen und weiche mır durch maxımal eınen Schrıtt nach vorn oder hinter aus” zu verstehen, wenn man ueber Strassen gelangen moechte. Zum Glueck haben wir mit Ali und Omid traınıert ;-)

Khejli mamnun o Khoda hafez Iran!

September 8, 2008 by Maxi

Es ıst Zeit fuer eıne kleine Zwischenbilanz unserer Tour, da wir heute den Iran wieder verlassen haben. Etwas wehmuetıg blicken wir nun schon zurueck und es wird uns mehr und mehr bewusst, dass wir – gemessen an den 2 Wochen Aufenthalt – nach unserem Empfınden sehr sehr viel gesehen haben und es eigentlıch schade ist, das Land wıeder zu verlassen, kurz nachdem man sich so wirklıch aklımatisıert hat. Aber nun wartet das sicher ebenso schoene Ostanatolien. Und um alle besorgten Fragen nach meinen letzten Blogeintrag zu beantworten: Unsere Zeıt ım İran war – trotz einıger schlechter Eindruecke, die wohl jede Reise mit sich brıngt – toll!
Ueber polıtısche Fragen zum Iran haben wir mit einıgen Iranern gesprochen und ich habe umso mehr das Gefuehl, dass es eın unloesbares Unterfangen ist, sich z. B. zur Kopftuchfrage und den Kleidungsvorschrıften eindeutig zu positionıeren. Ich kann mich nicht beklagen: Ausser der bereits erwaehnten standıgen Blicke, die man schnell lernt zu ıgnorıeren, kann ich zusammenfassen, dass gerade der Umgang mit Tourısten sehr tolerant ist. Und auch ansonsten erschien mır das Kopftuch gerade bei jungen Iranerinnen oftmals eher als Schmuck, der jeden Moment vom Kopf rutscht…
Neben unseren herausragenden Gastgebern Alı & Famılıe und Omid haben wir jede Menge sehr freundlicher Iraner und Iranerınnen getroffen, die uns immer weitergeholfen haben – sei es mıt guten Englıschkenntnıssen oder eben mit Haenden und Fuessen! Mıt ersteren haben wir oft gute Gespraeche fuehren koennen, in denen sich dıe Iraner zumeist stolz auf ihr Land und zugleich kritisch gegenueber der ıranıschen Politık gezeigt haben. Z. T. war dies fuer uns etwas schwıerıg, da eınen Fragen polıtischer Art auf der Zunge brannten, man aber die Leute nicht in Verlegenheit bringen will bzw. eine Stellung bezıehen will. Oft war es dann so, dass wir erzaehlt haben, wıe interessant unsere Reise ıst und dass uns der İran gut gefaellt, worauf wir Kopfschuetteln ernteten und vıelmals dıe Antwort, dass es sich fuer sie etwas anders darstellt. Klar haben wir dann ueber unterschiedlıche Dinge gesprochen, aber dennoch ergaben sich interessante Unterhaltungen.
Das Ganze haben wir heute ausfuehrlich besprochen und wıe, wenn nicht mit einem alkhoholhaltigen Bıer fuer das Geburtstagskind und einem Glaeschen Wein fuer mich laesst sıch das besser tun?! (Und ja, das war eine Anspıelung: Wır haben Bıer und Weın vermisst!).
Es sind noch so viele Dınge mehr, ueber die es sich zu Reden bzw. zu Schreiben lohnt, aber das gıbt es dann zu einem anderen Zeıtpunkt an dieser Stelle… Fuer heute haben wir genug gedacht und gestaunt ueber das wunderbare Hochgebirge (siehe Sebastians Eintrag), es wird Zeit fuers Bett und ausserdem werden wir hier im Internetcafe seit einer Stunde von einem vermutlich stark schwerhoerigen Hobby-D.J. mit tuerkischen Pop aus gruselıgen Lautsprechern beschallt.
Einıge neue Bilder gıbts bei FlıckR! Gute Nacht!

Imam-Square Isfahan

Auf zur Arche

September 8, 2008 by Letzi
Kandovan
Kandovan

 

Die letzten Tage verbrachten wir damit, Shiraz in Richtung Tabriz zu verlassen. Von dort ging es in das idyllische Kandovan. Ein Ort mit Haeusern aus Tuffstein, die durch einen Vulkanausbruch vor langer Zeit entstanden sind. Hier laufen noch Enten und Hühner Flügel ın Flügel durchs Dorf und Esel haben Vorfahrt. Der Abend verbrachten wir mit Johnny Walker in einer netten Runde. İch haette ehrlich gesagt nicht gedacht, Johnny hier im İran zu treffen, aber die Welt ist eben ein Dorf.   

Heute ging es, weils so einfach war, direkt Richtung Türkei. Schon auf iranischer Seıte konnten wır den grossen und den kleinen biblischen Ararat erkennen. Ein wahrhaft majestetischer Anblick bei dem mitunter Gaensehaut angesagt ist. Der Legende zufolge soll Noah mit seiner Arche zur Zeit der Sinnflut hier angelegt haben. İch hatte schon an eine Wiederholung dieses Ereıgnissen gedacht als es heute Nachmittg heftig zu regnen begann, da wır diese Tropfen in der Luft nicht mehr gewohnt waren.

Dıe Attraktion des Ararat laedt manch spitzfindıgen Geschaeftsmann hier in Dogubayazıt zu geistigen Hoehenfluegen an. So wird eine Tour angeboten, bei der ein Stück Holz am Wegesrand als Orıgınal der Arche angepriesen wird. Noch besser war die Beschreibung unseres Zimmernachbarn, eines tschechischen Travellers, der von einer Tour berıichtete, bei der ein scheinbarer Meteoriteneinschlag so aussieht als waere er drei Stunden vorher mit der Schippe ausgehoben worden. Tja, wenn man keine Attraktionen hat, macht man halt welche…  

Der biblische Berg

Der biblische Berg

Wir haben den Beweis…

September 6, 2008 by Letzi

Beim Durchstreifen des Iran haben wir natuerlich wachsam die Augen offen gehalten und jede uns dargelegte Information zweimal durchdacht. Als politisch interessierte Zeitgenossen ist uns natuerlich eines der Hauptprobleme des Iran nicht entgangen. Haben bzw. bauen sie nun die Atombombe oder nicht? Wie weitreichend diese Thematik ist, konnten wir schon oefter sehen. Der angebliche Bau der Atombombe ist der Hauptgrund fuer die Sanktionen der UN. Diese Sanktionen fueren zu einer katastrophalen wirtschaftlichen Lage, da viele Ideen nicht umgesetzt werden und man nicht vernuenftig wirtschaften kann. Bisher behauptet der Iran, er baue nur ein Atomkraftwerk in Busher was evtl. naechstes Jahr an Netz gehen wird. Man kann von Atomkraft halten was man will, aber der Iran hat ein enormes Energieproblem, viel Energie wird aus Wasserkraft erzeugt, nur wird das schwer wenns immer trockener wird und wie hier in Shiraz seit 9 Monaten nicht mehr geregnet hat.

Provozierend koennte man fragen, warum wird ein Land, das zwei Weltkriege verursacht hat, keine Kritik beim Bau der Atomkraftwerke bekommen, der Iran aber umso mehr?
So das wars jetzt aber mit Politik, mehr ist auch nicht noetig, denn unsere wachsamen Augen haben selbst gesehen, wie der Iran an der Atombombe baut, damit sind alle Diskussionen hinfaellig. Ich hoffe nur, wir sind schneller – nicht dass Condoliza Rize das Video im UN-Sicherheitsrat als Begruendung fuer einen Krieg veroeffentlicht, Minister Steinmeier diesmal sagen muss “I’m not convinced” und keiner hoert drauf. Also hier der absolute Beweis, der Iran baut an der Bombe!!!

http://www.youtube.com/watch?v=WSnNBX6Gcv8

Oder wieder den Link in die Adresszeile kopieren und dann gucken.

Brummkreisel

September 6, 2008 by Letzi

Salam,

bisher war es uns leider nicht moeglich Videos einzustellen. Dank Matti geht das nun und wir koennen Euch von einem angenehmen Erlebnis vor ein paar Tagen in Isfahan berichtet.
Dank Omid, unserem Guide aus Isfahan, fanden wir uns zu spaeter Stunde in einer Lokalitaet ein, die einem antiken Sportzentrum aehnelte. An den Waenden hingen Bilder von muskelbepackten und durchtrainierten Maennern. Wir befanden uns an einem Ort, an dem traditioneller iranischer Sport zur Schau gestellt wird. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus gelenkschonendem Hanteltraining, bei dem uebergrose Hantel gekreist und komische Liegestuetze gemacht werden. Mitunter kann noch eine Art Ringen dazu gezaehlt werden. Das Beste ist jedoch die immerwaehrende mystische Hintergrundmusik mit einer Trommel und der Gesang des Trainers. Waehrend dieser Stunde wird eine tranceaehnliche Atmosphaere erzeugt, die sich nahezu auch auf den Zuschauer uebertraegt (Maxi wurde ein bisschen schwindlig). Der Hoehepunkt der ganzen Zeremonie ist jedoch das Drehen der iranischen Akrobaten, zu Deutsch auch der Brummkreisel ohne Brummen. Viel Spass beim Gucken unter dem Link:

http://www.youtube.com/watch?v=HxjbP10Dhhc

http://www.youtube.com/watch?v=_Y_GK0TwS2g

Update!
Als deutscher Hilfsredakteur dieses wunderbaren Weblogs bin ich privilegiert genug, mittels heimischer Webtechnologie entsprechende Einbettungen von YouTube-Clips vorzunehmen. Was ich gerade getan habe.  – Ben

Schwitzen in Shiraz

September 5, 2008 by Maxi

Ich hatte es ja schon erwaehnt: Es ist heiss unter dem Kopftuch und den langen Sachen. Ich muss aber hinzufuegen, dass es Sebastian ebenso geht wie mir und ich dies daher nur bedingt auf die Kleidungsvorschriften fuer Frauen schieben kann. Einen Ausflug zum persischen Golf, der von unserer momentanen Station Shiraz im Sueden des Iran nur etwas mehr als 100 km entfernt ist, klemmen wir uns – ganz einfach, weil einen dort 50 Grad und feuchte Luft erwarten, wie andere Touris uns berichteten…
Nachdem wir also am Mittwochabend aus dem angenehmen Esfahan im viel heisseren Shiraz angekommen sind, sind wir zunaechst in das vom Lonely Planet aufgefuehrte Zand-Hotel gefahren. Nachdem wir heute morgen eine Riesenkakerlake auf der Treppe getroffen haben und einige weitere Dinge bedenken, an denen es mangelt, koennen wir hiervon eigentlich nur abraten.
Was uns leider bislang auch misslungen ist, war ein gemuetlicher Abend bei einem Buch und iranischem Bier (mit Pfirsisch-Geschmack und null Prozent – wir sind ehrlich begeistert), da jetzt schon an zwei Abenden
in Folge der Strom fuer mehrere Stunden ausfiel. Wie man uns berichtet hat, ist das hier aber Normalzustand: In regelmaessigen Abstaenden wir bestimmten Strassenzuegen der Strom gekappt, einfach weil nicht genug da ist. Die Energie, die normalerweise aus Wasserkraft gewonnen wird, fehlt in diesem Jahr, da es nciht genug geregnet hat. Dies bezeugt der trockene Fluss der Stadt. Auch das Hotel scheint davon voellig unbeeindruckt zu sein und man laesst die Gaeste im Dunkeln ohne jeden Kommentar zum Zimmer stolpern. Tja, dann sassen wir da, im Dunkeln und werden das sicher auch heute tun. Kann man nur hoffen, dass es einen nicht an einem anderen Oertchen erwischt… Viel zu unternehmen gibt es leider am Abend auch nicht, dies auch zum Leidwesen der iranischen Jugend, wie uns gestern Abend ein begeistertert Europa-Reisender berichtete.
Gemeinsam mit den Backpackern Peter aus Australien und Jeremy aus Kanada haben wir uns gestern ein Taxi genommen, das uns zum nahezu 2500 Jahre alten Persepolis bzw. seinen Ruinen gefahren hat.
Dies war wirklich ein toller Ausflug mit einem atemberaubenden Ausblick und sobald wir irgendwo Zugriff auf FlickR haben, stellen wir Bilder online.

Heute ist Freitag, in den meisten islamischen Laendern ein Feiertag wie unser Sonntag. Und es ist wirklich richtig ruhig hier in den Strassen. Ab und an sieht man ein offenes Geschaeft oder einen Imbiss, dessen Tueren und Fenster verhangen sind, damit diejenigen, die nicht fasten, ungestoert essen koennen bzw. diejenigen, denen der Ramadam heilig ist, nicht zu entmutigen.
Huete gibt es fuer uns nicht soviel zu erleben und so werden wir uns dann in einen Park setzen und im Schatten doesen. Ins Hotelzimmer zieht es uns nicht, da es dort unglaublich heiss ist (leider fehlt eine Scheibe in unserer Fensterfront, so dass sich die Waerme ungestoert ausbreiten kann).
Soeben haben wir uns von einem alten Herren zum Geldtauschen in ein kleines Eisgeschaeft locken lassen. Dort wollte man uns dann
einen Scheck fuer unser Geld anbieten. Nach einigem Hin und Her haben die Bude verlassen und sind gefluechtet, hinter uns der rufende alte Herr, der nicht locker lassen wollte.

Morgen wollen wir noch einmal einen Ausflug zu einem Dorf oder einer der vielen antiken Staetten machen, die es rund um Shiraz gibt. Am Sonntag geht dann unser Flug zurueck gen Norden ueber Theheran nach Tabriz.